Hautkrebsvorsorge & Diagnostik
Bösartige Hautneubildungen sind einer der häufigsten Krebstypen. Sie entwickeln sich aus Zellen, die sich infolge von Mutationen unkontrolliert vermehren.
Die gute Nachricht: Bei rechtzeitigem Nachweis sind mehr als 95% aller Hautkrebstypen heilbar.
Hautkrebs-Screening: Das Ziel ist die frühe aktive Erkennung von symptomfreiem Krebs. Die Untersuchung ist schmerzlos und umfasst die Hautoberfläche sowie sichtbare Schleimhäute.
Diagnosemethoden
- Auflichtmikroskop: 10-fach vergrößerte Abbildung zur Erkennung kleinster Strukturauffälligkeiten.
- Digitale Auflichtmikroskopie: Hochqualitätsbilder und KI-Analyse zur Verlaufskontrolle und Risikoabschätzung.
- Digitale Dermatoskopie: Unentbehrlich zur Entscheidung, ob eine Hautbildung entfernt oder beobachtet werden muss.
Hautkrebsarten & Behandlung
Es ist wichtig, die Haut regelmäßig hinsichtlich auffälliger Veränderungen zu prüfen. Hier sind die drei häufigsten Formen:
1. Basaliom (Weißer Hautkrebs)
Der verbreitetste Hautkrebstyp (70%). Entwickelt sich langsam, neigt kaum zur Metastasierung, zerstört aber umliegendes Gewebe. Tritt oft im Gesicht auf (Nase, Lippe, Ohren).
Therapie: Meist chirurgische Abtragung. Alternativ: Creme, Flüssigstickstoff oder photodynamische Therapie.
2. Melanom (Schwarzer Hautkrebs)
Die aggressivste Krebsform. Neigt zu schneller Metastasierung. Tritt oft als dunkles, unregelmäßiges Muttermal auf.
Die ABCDE-Regel zur Erkennung:
A
AsymmetrieNicht gleichmäßig rund/oval.
B
BegrenzungUnscharfe Ränder.
C
ColourMehrfarbig (schwarz, grau, rot).
D
DurchmesserGrößer als 5 mm.
E
ErhabenheitKnoten oder Höcker.
Therapie: Chirurgische Resektion mit Sicherheitsabstand.
3. Plattenepithelkarzinom
Tritt an sonnenexponierten Stellen auf. Kann metastasieren, wenn nicht rechtzeitig behandelt (Heilungschance im Frühstadium 90%). Zeigt sich oft als verhornte Knötchen oder nässende Geschwüre.
Infektiöse Hauterkrankungen
Herpes
Betrifft meist Lippen oder Genitalbereich. Symptome: Bläschen, Juckreiz. Viren bleiben lebenslang im Körper. Behandlung mit virenhemmenden Salben oder Tabletten.
Krätze (Scabies)
Verursacht durch Milben. Intensiver Juckreiz (besonders nachts). Übertragung durch Hautkontakt oder Textilien. Behandlung durch spezielle Cremes oder Tabletten.
Mykosen (Pilzerkrankungen)
Hervorgerufen durch Fadenpilze (Füße, Nägel, Haut). Symptome: Juckreiz, rote Flecken, Schuppung.
Therapie: Antimykotika (Salben, Lacke oder Tabletten). Heilt nicht von alleine!
Akne & Entzündliche Dermatosen
Akne & Rosazea
Eine Erkrankung der Talgdrüsen. Ursachen reichen von Hormonen (Pubertät) bis zu Stress und Ernährung.
- Therapie: Kombinierte Behandlung (lokale Cremes, systemische Mittel, Ausreinigung).
Chronische Erkrankungen
- Psoriasis (Schuppenflechte): Rote, schuppende Plaques. Behandlung mit UV-Licht, Salben oder Biologika.
- Atopische Dermatitis (Neurodermitis): Chronisch entzündlich, oft erblich. Behandlung mit Pflege, Kortison oder Biologika.
- Ekzeme: Juckende Ausschläge, neigen zu Infektionen.
- Nesselfieber (Urtikaria): Quaddeln und Juckreiz. Auslöser oft Allergien oder Stress.
Haarausfall (Alopezie)
Ein Verlust von bis zu 150 Haaren täglich ist normal. Alles darüber hinaus sollte dermatologisch abgeklärt werden.
Häufige Ursachen: Genetik (androgenetisch), Hormone, Stress, Nährstoffmangel, falsches Styling (Traktion), Medikamente.
Was tun?
1. Diagnostik: Trichoscan, Blutanalyse, Auflichtmikroskopie.
2. Therapieziele: Hemmung des Haarausfalls und Stimulation der noch vorhandenen Haarzwiebeln.
Wichtig: Warten Sie nicht zu lange. Wenn die Haarzwiebeln nicht mehr vorhanden sind, hilft oft nur noch eine Transplantation.